Bodies that Speak

Künstlerinnen in Berlin

18. September bis 12. Dezember 2026

Was kann ein Körper erzählen, ohne Worte zu benutzen?

Mit Bodies that Speak widmet sich das Haus. Kunst. Mitte. einem der ältesten Motive der Kunst und zugleich einem Thema von unmittelbarer Gegenwart: dem menschlichen Körper. Nach der erfolgreichen Ausstellung Faces of Mind versammelt das Haus erneut eine Gruppe herausragender Künstlerinnen und richtet den Blick auf die vielfältigen Möglichkeiten, Körper darzustellen, zu erleben und neu zu denken.

17 Künstlerinnen aus vier Generationen stehen im Zentrum der Ausstellung. Sie alle leben und arbeiten in Berlin und setzen sich in ihrer künstlerischen Praxis intensiv mit Körperlichkeit auseinander. Viele von ihnen gehören zu den wichtigen Stimmen ihrer jeweiligen Generation und sind international ausgestellt. Ihre Herkunft ist vielfältig: Die Künstlerinnen kommen unter anderem aus Iran, China, den USA, der Türkei, Polen, Japan und Deutschland. Was sie verbindet, ist keine gemeinsame künstlerische Schule, sondern die Stadt, in der sie leben, und eine intensive Auseinandersetzung mit dem Körper als künstlerischem Ausdrucksmittel.

Berlin wird dabei zum Ort des Austauschs. Die Stadt ist seit Jahrzehnten Anziehungspunkt für Künstlerinnen aus aller Welt und zugleich ein Ort, an dem unterschiedliche Lebensentwürfe, kulturelle Prägungen und künstlerische Positionen aufeinandertreffen. Bodies that Speak macht diese Vielfalt sichtbar und gibt insbesondere Künstlerinnen Raum, die die Berliner Kunstszene heute prägen.


Der weibliche Körper steht im Zentrum – jedoch nicht als isoliertes Thema. Geburt, Sexualität, Erwachsenwerden, Krankheit, Alter und Tod gehören zum menschlichen Leben. Zugleich werden diese Erfahrungen durch Geschlechterrollen, gesellschaftliche Erwartungen und kulturelle Zuschreibungen unterschiedlich geprägt. Die ausgestellten Arbeiten machen diese Spannung sichtbar und führen von sehr persönlichen Bildern und Geschichten zu Fragen, die weit über das Weibliche hinausreichen.

Dabei ist der Körper in der Ausstellung weit mehr als ein dargestelltes Motiv. Er wird zum Material, Werkzeug, Medium und Träger von Erinnerung und Bedeutung. Das Performative zieht sich durch die gesamte Ausstellung: Auch dort, wo keine Performance stattfindet, sind Malen, Fotografieren, Formen oder Bearbeiten körperliche Handlungen. Körper „sprechen“ durch Haltung und Bewegung, Oberfläche und Material, Präsenz und Abwesenheit.

Der Rundgang durch 20 Ausstellungsräume folgt fünf thematischen Kapiteln. Von imaginären und traumhaften Körperwelten führt die Ausstellung über Leben und Natur zu gesellschaftlichem und persönlichem Druck. Am Ende lösen sich vertraute Grenzen auf und Körper gehen hybride Verbindungen mit dem Organischen, Tierischen, Technischen oder Kosmischen ein. Die Ausstellung erzählt dabei keine lineare Geschichte und bietet keine eindeutigen Antworten. Verletzlichkeit kann ebenso mit Handlungsmacht verbunden sein wie Widerstand mit Fürsorge, Transformation mit Verlust oder Auflösung mit einem Neuanfang.

Bodies that Speak lädt dazu ein, den Körper nicht als festgelegte Form zu betrachten, sondern als etwas Bewegliches, Widersprüchliches und Veränderbares – und die unterschiedlichen Stimmen der Künstlerinnen selbst sprechen zu lassen.

Beteiligte Künstlerinnen

Nevin Aladağ · Laura Bruce · Carina Chang · Lunita Juli Dorn · Carola Ernst · Leiko Ikemura · Aneta Kajzer · Franziska Klotz · Sarah Loibl · Nanne Meyer · Jana Sophia Nolle · May Parlar · Bettina Pousttchi · Barbara Quandt · Jenny Rempel · Alma Sinai · Andrea Zaumseil